"Der Hofmeister" von J. M. R. Lenz: Ein Versuch einer by Angela Hansen

By Angela Hansen

Die vorliegende Arbeit behandelt das Erstlingsdrama Der Hofmeister oder Vorteile der Privaterziehung von Jakob Michael Reinhold Lenz, das 1774 mit Hilfe des jungen Goethe veröffentlicht wurde. Sie verbindet eine eingehende Textanalyse mit einer historischen Betrachtung und will zeigen, daß es Lenz um Säkularisierung, Emanzipation und Glück geht, daß der junge Autor sich jedoch auf die Schultern seiner Zeitgenossen und Vorgänger stellt, um die Probleme seiner Zeit auf neue, eigenwillige Weise in den Blick zu bekommen. Auf dem Hintergrund von Holbergs Deutschfranzosen, Shakespeares Romeo and Juliet und des später entstandenen Urfaust tritt seine emanzipatorische Sicht der Generationskonflikte und Standesunterschiede sowie der Lehrertragödie und der mit der Liebesthematik verbundenen sexuellen Probleme besonders hervor. Der 21jährige Lenz wetteifert mit Holberg, Shakespeare und Rousseau, während Goethe sich in seiner ersten Faust-Fassung an Lenz als Rivalen wendet.

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Er sieht ihn dabei nicht nur als Gönner, sondern als Mentor an, mit dem er diskutieren möchte, ja der Geheimrat ist offensichtlich eine zweite Vatergestalt12 für ihn, deren Anerkennung er sucht und deren Verhalten er sich nicht erklären kann. Er erwähnt, daß von Berg ihn “Monsieur Läuffer” nennt und—statt sich ernsthaft mit ihm zu unterhalten, wie er es sich wünscht,—nur oberflächliche Fragen über das gesellschaftliche Leben in der Universitätsstadt Leipzig an ihn richtet: “Er nennt mich immer nur Monsieur Läuffer, und wenn wir von Leipzig sprechen, fragt er nach Händels Kuchengarten und Richters Kaffeehaus, ich weiß nicht: soll das Satire sein, oder–Ich hab ihn doch mit unserm Konrektor bisweilen tiefsinnig genug diskurieren hören; er sieht mich vermutlich nicht für voll an” (I, 42).

Negierende Rollenspiele und Mißbrauch der Kinder Läuffer, die Majorin und Leopold An den beiden anderen Gestalten der Dreierkonstellation, der Majorin und dem Major, und ihrem Verhältnis zu Läuffer wird ebenfalls Lenz’ neue Darstellung und Sicht der Probleme deutlich. In der Majorin ist die Holbergsche Gestalt der eitlen, dominierenden Frau mit ihrer unvernünftigen Liebe zu ihrem Sohn allerdings noch zu erkennen. Ihr Schwager charakterisiert sie in seiner Auseinandersetzung mit Pastor Läuffer im 2.

15 L enz ent w ickelt dabei ei nen be sonderen Darstellungsstil. Läuffers Gefühle und Haltungen werden, ohne daß sie thematisiert werden, direkt durch sprachliche Formen wie das Zitat, den Witz und das Schimpfwort—und das heißt auf objektive Weise— dargestellt als Reaktionen eines Jugendlichen, der sein Studium in einer bekannten Universitätsstadt beendet hat, der aber bei seiner Berufswahl versagt, weil er trotz seiner Intelligenz nicht selbstbewußt genug ist, um sich gegen die Autoritätsgestalten durchzusetzen, und weil es ihm an den geforderten Fähigkeiten fehlt.

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